Koli village, Khar Danda - Mumbai, Indien, 2009
Die Idee des Projektes war, einen Blick auf ein bestimmtes Gebiet von Mumbai zu werfen: Die Koli Dorfgemeinschaft*, welche allmählich von der Gentrifizierung erfasst worden war. Unsere Absicht war, das Leben einer Fischergemeinde zu erforschen, die von einer Megalopolis umgeben ist, und darauf hinzuweisen, dass der angesammelte Müll am Meeresufer nicht länger ignoriert werden kann.
Das Projekt bestand aus drei Teilen:
- Eine ortsspezifische Installation an der Anlegestelle (Hafen von Khar Danda):
Der Ort der Installation befand sich an der Rückseite einer Teehütte, in der vor allem um Geld gespielt wurde. Sie befand sich direkt an der Anlegestelle. Dieser Ort ist normalerweise mit Abfall bedeckt, Männer benutzen ihn zum Urinieren und Kinder spielen mit Murmeln.
Auf dem Gelände wurde eine Plattform um drei verfallene Boote herum gebaut. Sie bestand aus drei verschiedenen jeweils abgeschrägten Ebenen, in Referenz zu Meereswellen. Die Plattform verwandelte das Gelände von einem verwahrlosten in einen (allerdings nur vorübergehend) gepflegten und gestalteten Ort.
Sie konnte von jedermann leicht bestiegen werden und ermöglichte es den Besucher*Innen, entweder ins Innere der Boote zu sehen oder auf die Boote hinaufzusteigen. Die Plattform lud dazu ein, den Platz zum Sitzen, Plaudern oder Spielen zu nutzen. Der Platz um die Plattform wurde von der Projektgruppe und einer Reinigungskraft gereinigt. - Zwei Filmessays:
Der eine Film gab einen Einblick, wie die Fischer die Veränderungen des Ortes in den letzten Jahrzehnten erlebt haben, wie der Müll das Ufer und den Steg überflutet oder wie ein Lumpensammler vom Abfall leben kann.
Der andere Film zeigte eine Sammlung subtiler Bilder, die in einem Hafen zu beobachten sind, z. B. Taue, die sich je nach Strömung straffen oder locker werden.
Der erste Film wurde auf eine Leinwand projiziert, die auf einem der Boote aufgebaut worden war (und auch als Segel interpretiert werden konnte), der zweite Film wurde auf einem Monitor gezeigt, der im Inneren des zweiten Bootes installiert worden war, so dass man über den Rand des Bootes ins Boot hinein schauen musste. - Eine einmalige Auflage einer Zeitung:
In der Zeitung wurden verschiedene Themen im Zusammenhang mit der Geschichte von Khar Danda, dem Leben der Fischergemeinschaft, der architektonischen Struktur der Gebäude und der Zukunft der Fischer und ihrer Gemeinschaft aufgriffen. Die Zeitung war in Marathi, der lokalen Sprache, verfasst worden.
1000 Exemplare wurden davon gedruckt, auf dem Gelände ausgelegt und unter den Dorfbewohner*Innen verteilt.
Am 27. und 28. Januar wurde der Ort zu einer temporären Installation, in der die drei Elemente des Projekts zusammen präsentiert wurden.
* Kolis sind die ursprünglichen Marathi (in verschiedenen Dialekten) sprechenden Bewohner*Innen der Gegend. Das Marathi-Wort "Koli" bedeutet Fischer, aber auch Spinne, vermutlich weil die Fischer Netze benutzen, um ihre Beute zu fangen (D.D. Kosambi, The Kolis: Koli fishermen: Mumbai/Bombay pages)