Kyrrrreck, gerk!
Schaffhausen (am Rheinufer), Schweiz, 2015
„Kyrrrreck, gerk!“ ist ein „Zitat“ bzw. ein Ruf aus dem Jahr 1913. Es ist das grünfüssige Teichhuhn, welches Carl Stemmler zufolge, seinen Ruf so formuliert.
In tagebuchartigen Notizen hielt Carl Stemmler (1882 - 1971), ein Kürschner, Präparator und Naturschützer, Beobachtungen zu Vögeln aus dem Raum Schaffhausen, entlang des Rheins und den umliegenden Feldern in Ringbüchern fest. Diese mit Schreibmaschine getippten Einträge zu lokalen, unaufgeregten, aber für die Vögel nicht ungefährlichen Geschehnissen, haben etwas Berührendes, da sie sachlich sein wollen, aber man spürt, wie er sich den Tieren verbunden fühlte.
Die Eintragungen fallen zum Teil in die Zeit des 1. bzw. 2. Weltkrieges; vor diesem Hintergrund scheinen die Beobachtungen umso mehr ein fragiles Zeugnis jener Zeit zu sein.
Zweiteilige Arbeit:
- Photographie einer der Seiten aus den Beobachtungen, welche im gesamten 7 Ringbücher umfassen
- „Lesung“ aus derselben. Vorleser ist Herr Charles Clerc, vormals Moderator (Tagesschau) beim Schweizer Fernsehen.
Wenn Besucher oder Passanten der Lesung aus den Beobachtungen zuhören, wird ihnen seine Stimme bekannt vorkommen, ohne vielleicht vorerst zu wissen, woher und warum. Mit dem Gefühl: „Diese Stimme kenne ich doch!“ wird man automatisch Teil der Arbeit und damit auch der Öffentlichkeit.
Realisiert in einem der 6 Kunstkästen anlässlich des 30 Jahre Jubiläums der Kunsthalle Vebikus Schaffhausen.
Medien:
- Fotografie (Lambdaprint auf Aluminium 58cm x 38cm)
- Lesepult (Seekiefer, 46cm x 46cm), Neonröhre
- QR-Code mit Audiofile, Dauer: 13min 15sec
Dank:
- Anselm Caminada (Sounddesign), cmunz (QR‑Code) und Francis Bovet (wood work)
- Dem Team der Vebikus Kunsthalle Schaffhausen
- Spezieller Dank an Herrn Charles Clerc; seine „Stimme“ hat zum erfolgreichen Gelingen des Projektes verholfen.
- Mit der freundlichen Genehmigung von Herrn Dr. Urs Weibel, Kurator Museum Stemmler und Fachbereich Natur, Museum zu Allerheiligen.